Kala Brisella, die sich an einem Theater zusammenfanden und später nach einer Pizzeria benannt haben, bestehen aus den drei Berliner*innen Anja Müller, Dennis Deter und Jochen Haker. Die 2014 gegründete Post-Punk/Noise-Rock-Band ist wuchtig, laut, unbequem und getrieben. Immer wieder finden sie zu einer entschleunigten Dichte, die umso mehr Druck entfaltet. Die Songs sind voller Leben, sie schwanken in alle Richtungen, verwandeln sich von Punk in Postrock, Indie und Pop.
Für 14 Tage quartierte sich die Band in einer verlassenen Brandenburger Dorfschule nahe der polnischen Grenze in selbstgewählter Isolation ein, um für ihr neuestes Album „Lost in Labour“, das im November 2020 erschien, zu arbeiten. In der dörflichen Einsamkeit zwischen Wisenten und Windrädern sangen Kala Brisella von Sternenfahrten, dem Traum einer grundlegenden gesellschaftlichen Veränderung und dem Gefühl, sich irgendwo zwischen Leben und Labour verloren zu haben: „We are lost in labour. We are lost in art.“
Zwischen konkreter Systemkritik und einer poetischen Bildhaftigkeit sprühen die Lieder vor Kampfeslust, Drang und, ja, auch Hoffnung. Denn was kaputt ist, kann neu aufgebaut werden. „Ist dies mein Ende? Oder ein Anfang?“ sind denn auch folgerichtig die ersten Worte des Albums im mitreißenden Opener „Dark Star“.
