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MAI | Sa 26. bis JUNI | So 10. 
POTSDAMER TANZTAGE 2018
International Festival for Contemporary Dance
Bild: POTSDAMER TANZTAGE 2018
Foto: "Monstres, on ne danse pas pour rien" von DeLaVallet Bidiefono, Foto (c) Christophe Pean

Festival: 29. Mai - 10. Juni 2018

Le Grand Continental®
Festival Prolog: 26. - 27. Mai 2018

Bewegende Körper fordern (Frei-)Räume ein, lehnen sich auf, zerstören und erschaffen Neues. Sie sind auch Spiegel der heutigen Kämpfe und Forderungen, zeigen aber auf, wie Krise Neuanfang und Kreativität sein kann.
Als Eröffnung des Festivals werden in Monstres von DeLaVallet Bidiefono alltägliche Erfahrungen, in einem durch Krieg und Diktatur geschändetem Land, mit Zukunftsvisionen zusammengebracht. Con Grazia ist ein Performance-Konzert, das der akribischen und geräuschvollen Zerstörung von Objekten gewidmet ist. Ebenfalls als eine Legierung der Künste ist Fruits of Labor, mit einer knallig akustischen Antwort gegen Kontrolle und Restriktion, angelegt.
Neues entsteht aus Erschöpfung im Stück von Manuel Roque. In Bang Bang geht er von körperlichen Höchstleistungen aus, lässt in ständiger Wiederholung dem Moment keine Ruhe und verbindet alles mit Urknall-Theorien. Neues entsteht aus Abfall im Stück von Louis Vanhaverbeke. Er bewegt sich in Multiverse zwischen Erde und Weltall, männlich und weiblich, verwebt selbstgebaute Gegenstände mit Bewegungskunst.
Die Zwänge der Arbeitswelt, der Körper im Akkord und in der ständigen Wiederholung sind Quelle von Schönheit. Die Effizienz wird im Jonglagestück Humanoptère von Clément Dazin verlangt, obgleich die Poesie der Schwerkraft größer zu sein scheint als der Erfolgsdruck der Gesellschaft.

Genderthemen und Geschlechterrollen sind auch auf der Bühne Teil einer Identitätsdebatte, die auf der Ebene des Körpers ausgelotet wird. Stereotypes Game von Yasmeen Godder dekonstruiert Genderpositionierung, vermischt und hinterfragt die Rollenbilder tänzerisch. Zsuzsa Rózsavölgyi betrachtet mithilfe unterschiedlicher Medien in 1.7 den weiblichen Körper und seine zugeschrieben Assoziationen und Erwartungen. Schwerpunkte die zur gegenwärtigen Metoo-Debatte nicht aktueller sein können. Auf der körperlichen Ebene teilt Isabelle Schad in Solo für Lea Bewegungen in Fragmente und fügt diese skulptural neu zusammen. In Bora Kims A long talk to oneself wird wiederum in Auseinandersetzung mit sich selbst, der weibliche Körper als fließend zerbrechliches Wesen zur starren Puppenhaftigkeit transformiert.

Ein besonderer Schwerpunkt des Festivals ist die kleine Retrospektive über das Werk der französischen Choreografin Martine Pisani, die aus Sicht der fabrik Potsdam in den letzten 25 Jahren Vorreiterin eines neuen Tanzes war, eines Tanzes des Unfalls. Als eine der ersten hat sie die Schönheit des nicht trainierten Körpers entdeckt und die Poesie des verpassten Schrittes hervorgehoben. Mit sans, das 2000 in der fabrik Potsdam uraufgeführt wurde, und UNDATED kommt Martine Pisani wieder in die fabrik zurück. UNDATED ist von dem Prozess der Kondensation von Wasserdampf inspiriert, worin sich ihre Arbeiten der letzten Jahre bündeln. Ein Werk voller Humor und Inspiration.

Die Produktionen Bang Bang, Voicing Pieces und Con Grazia sind Teil unseres Fokus PAS DE DEUX Potsdam/Montréal, der die langjährige Verbindung der fabrik Potsdam mit Québec unterstreicht. Diese Choreografen sind alle Teil des Residenzprogramms Studio Québec gewesen, welches Residenzen in Potsdam und Montréal ermöglicht.

Als Prolog zum Festival ist ein großes Fest des Tanzes in Vorbereitung! Wie bereit sind wir, uns körperlich zu begegnen? Über 100 Potsdamer LaientänzerInnen lassen sich darauf ein und präsentieren gemeinsam als Vorprogramm der diesjährigen Potsdamer Tanztage die Europapremiere von Le Grand Continental von Sylvain Émard im Lustgarten und in der Schiffbauergasse. Das Stück zeigt den Einzelnen als Teil eines Ganzen, zwischen Mikro-und Makrowelten, gesellschaftlich geprägt und im Austausch mit dem Publikum.
Neben dem Aufführungsprogramm präsentieren die Potsdamer Tanztage ein breites Angebot von Konzerten, die nach den Stücken dazu einladen, den Abend zu verlängern: JazzLab, SCHNELLERTOLLERMEIER, Cats & Breakkies, Khaled Kurbeh & Raman Khalaf sind einige der Bands, die die openair Bühne der fabrik beleben werden.

Darüber hinaus lädt das Festival zum Besuch von 33 Workshops für Profis, Amateure und Kinder sowie zu Publikumsgesprächen zur Vertiefung des Erlebten ein.


BEWERBUNGEN UND INFOS:
Potsdamer Tanztage
Sven Till
fabrik Potsdam
PF 600607, 14406 Potsdam
sven.till@fabrikpotsdam.de
Tel. 0331 2800314
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